Inhalt
An einer Schule in Wien lernen Kinder und Jugendliche mit Blindheit oder Seheinschränkungen durch Hören und Fühlen. Beim Schreiben, Dichten und Fußballspielen, auf den Wegen durch die Schule und den öffentlichen Raum treten Klänge, Musik und Rhythmen ins Zentrum der Wahrnehmungen. „Mit Ästen bis zum Himmel“ ist auch ein Film über Verbindungen: von Bild und Ton, Ab- und Anwesenheit, Ich, Gemeinschaft und Welt.
Begründung der Jury
In einer Welt, in der das Sehen fast unmöglich ist, findet die Bildgestaltung von Stefan Neuberger einen außergewöhnlichen Zugang zu der Lebensrealität blinder und sehbehinderter Menschen. Nicht über das Offensichtliche, sondern über das bildliche Erfahrbarmachen der Sinne: das Tasten, das Hören – über Räume, Klänge, Texturen.
Die Kamera begreift Wahrnehmung als körperliche Erfahrung. Mit Geduld und Sensibilität schafft sie eine intime Nähe auf Augenhöhe – respektvoll und zugewandt. Das gewählte beengte Format spiegelt zugleich die visuellen Einschränkungen wie auch gesellschaftliche Begrenzungen wider. Die präzise Kadrierung eröffnet Räume, in denen Unsicherheiten, Herausforderungen und Momente der Selbstbehauptung sichtbar werden. Die Bildgestaltung trägt eine unverwechselbare Handschrift, sie verlässt bekannte Sehgewohnheiten und entwickelt eine konsequente eigene Sprache, die nicht erklärt, sondern miterleben lässt.
Infos zum Film
Regie: Katharina Copony
Schnitt: Bettina Blickwede
Produzentinnen: Barbara Pichler, Gabriele Kranzelbinder
Produktion: KGP Filmproduktion