Inhalt
„Ich weiche ja in meinem ganzen Leben jeglichem Zwang aus.“ Diese Worte stammen aus einem Gespräch mit Ludwik Lubieniecki und öffnen den Blick auf eine Familiengeschichte, die bis heute nachwirkt. Sein Vater, Gustaw Leon Graf Lubieniecki, schrieb während seiner Verschleppung im Viehwaggon nach Deutschland sowie während der Zwangsarbeit in Thüringen, seine Erinnerungen auf. Er nannte sie „Bez paszportów i wiz“ – Ohne Pässe und Visa. Ein Titel, der die Schwere seines Schicksals und dessen Tragik in bitterem Humor widerspiegelt. Ludwik Lubieniecki hat die handschriftlichen Aufzeichnungen seines Vaters auf Schreibmaschine übertragen und später digitalisiert. Diese wertvollen Dokumente stehen im Zentrum des prämierten Kurzfilms aus einer siebenteiligen Videoreihe der lokalen Erinnerungsinitative ECHOS.
Begründung der Jury
Mit gutem Gespür für komplexe Strukturen verwebt die Editorin gekonnt Typographie, Realbild und Grafik. Sie erzeugt spannende Bildebenen, die den Zuschauer emotional erreichen. Nicole Humiński hat uns mit ihrem Schnitt berührt. Ihre Botschaft trifft uns mitten ins Herz.
Infos zum Film
Regie und Schnitt: Nicole Humiński
Kamera: Nikolai Huber
Produzentin: Nicole Humiński
Produktion: Deutsch-Polnische Gesellschaft München