Inhalt
Toni (17) spricht nicht über ihre Vergangenheit. Sie stemmt lieber Gewichte, bis die Hände zittern oder lenkt sich mit der Arbeit in der Gärtnerei ihrer Eltern ab. Doch immer öfter holen ihre traumatischen Erinnerungen sie ein. Als Toni die abenteuerlustige Anna kennenlernt, entsteht zwischen ihnen mehr als nur Freundschaft. Während sich gleichzeitig Gerüchte über einen umherstreifenden Tiger verbreiten, gerät Tonis innere Welt aus dem Gleichgewicht: Der Tiger schleicht sich in ihre Träume – und die Grenze zwischen Wirklichkeit und Einbildung beginnt zu verschwimmen.
Begründung der Jury
Sensibel, dicht, stabil: Nah am Innenleben der Hauptfigur treibt die Montage die einfühlsame Erzählung von der Suche nach sexueller Identität voran. Der Zuschauer wird in die inneren und äußeren Konflikte der Hauptprotagonisten förmlich reingesogen. Geschickt verknüpft die Montage unterschiedliche Zeit -und Gefühlsebenen und setzt auf Tempowechsel. So entsteht ein nahezu perfektes Timing, das den Schauspielern Raum für Entwicklung gibt. Am Ende verbindet sich die subtile, metaphorische Ebene des sexuellen Missbrauchs in der Vergangenheit mit den Erzählwelten der Gegenwart zu einem dichten Erleben.
Infos zum Film
Regie: Catharina Lott
Drehbuch: Madeleine Hartung
Kamera: Lea Dähne
Produzent*innen: Friedemann Goez, Paul Beck, Jörg Balzer, Marius Beck
Produktion: Apollonia Film GmbH, Narrative Way GmbH, HFF München
Koproduktion: BR