2008 / Kamera / Journalistische Kurzformate

Peter Juras

Kamera für "Kleine Stern über Bethlehem: Christen in Palästina" (Reportage)

Inhalt

Über Bethlehem steht kein guter Stern. Vor wenigen Jahren noch stellten die Christen rund 40 Prozent der Bevölkerung, heute sind es gerade mal zehn Prozent. Die christlichen Gemeinden schrumpfen. Die Gründe sind klar: Aus dem palästinensischen Bethlehem, eingeschlossen von der Sperranlage Israels, ziehen die christlichen Araber fort. Sie werden von fundamentalistischen Muslimen bedroht oder regelrecht vertrieben. Zudem werden die wirtschaftlichen Bedingungen durch den andauernden Nahostkonflikt immer schlechter.

Begründung der Jury

Dem Kameramann Peter Juras gelingt es in der Reportage „Keine Sterne über Bethlehem“, dem Zuschauer die tragische Geschichte der Christen im Heiligen Land durch höchst emotionale und sinnliche Bilder nahezubringen. Seine Bilder und perfekten Bildkompositionen sind so stark, dass der Zuschauer das Gefühl bekommt, in der dargestellten Situation zu leben. Diese Nähe gelingt ihm, weil er es versteht, die gesamte Bandbreite der Stilmittel, die einem Kameramann zur Verfügung stehen, einzusetzen (Tiefenschärfe, Filter, Blende etc.). Dies schafft er mit großer ästhetischer Sicherheit. Außerdem ist Peter Juras ein Kameramann, der versucht, so nahe wie möglich am Geschehen zu sein. Seine Bilder bleiben dennoch präzise, selbst in Augenblicken größter Hektik. Dank dieser Kameraarbeit auf außerordentlich hohem handwerklichen und künstlerischem Niveau erzählen die Bilder Peter Juras‘ ihre Geschichten auch ohne erklärenden Kommentar.

Infos zum Film

Autor:
Richard C. Schneider
Schnitt:
Amir Tal
Redaktion:
Thomas Morawski, BR