Begründung des Kuratoriums
Der unbedingte Gestaltungswille und die Arbeit an inhaltlich starken Geschichten sind die beeindruckenden Eckpfeiler der Karriere von Jenny Schenk als Kamerafrau in allen Genres der journalistischen Bildgestaltung. Gestalten geht in ihrem Selbstverständnis weit über das Bildermachen hinaus. Jenny Schenk hat sich in den nunmehr 44 Jahren hinter der Kamera immer als Gestalterin oder besser als Macherin der Sache oder des Projektes verstanden, das die zierliche Person in einer immer noch männerdominierten Branche willensstark und empathisch als Teamplayerin gelebt hat.
Das Handwerk hat sie noch in der DDR von der Pike auf gelernt, zunächst im Kopierwerk, dann an der Filmhochschule Babelsberg. Erste berufliche Meriten erwarb sie sich noch beim Fernsehen der DDR und hatte schon früh auch den Nachwuchs, vor allem die Kamerafrauen, im Blick.
Mit der Wende wechselte sie zum Westdeutschen Rundfunk nach Köln, für den sie über 35 Jahre lang in allen Bereichen hervorragende Filme gestaltete. Das Spektrum reichte von der Arbeit an der Studiokamera bis zum harten Einsatz in Krisengebieten, zuletzt in der Ukraine. „On the road“ ist wohl die treffendste Statusbeschreibung für Jenny Schenk.
Mehr als 22 Jahre war sie im Ausland unterwegs, war in den Studios in Nairobi, Washington und Moskau für die Bildgestaltung verantwortlich und schuf so Dokumente der Zeitgeschichte. Inhaltliche Partner*innen waren namhafte Journalist*innen wie Sonja Mikich, Tom Buhrow, Ina Ruck, Claus Kleber, Hans-Josef Dreckmann oder Gerd Ruge.
Das Kuratorium des DEUTSCHEN KAMERAPREISES zeichnet Jenny Schenk für ihre beeindruckende Laufbahn als Kamerafrau in der journalistischen Filmgestaltung aus. Durch ihre engagierte und konsequente Arbeit ist sie eine Filmschaffende im besten öffentlich-rechtlichen Sinne, die als Wegbereiterin für viele Kolleginnen und Kollegen Herausragendes geleistet hat.