2021 / Schnitt / Dokumentation

Xenja Kupin und Michael Auer

Schnitt für "Der Fall Wirecard – Von Sehern, Blendern und Verblendeten" (Dokumentation)

Inhalt
Einer der größten Wirtschaftsskandale Deutschlands: Beim Wirecard-Crash verlieren Anleger ihr Erspartes, die Mitarbeiter ihre Jobs. Doch sogenannte Shortseller, die auf fallende Aktien wetten, gingen schon Jahre vorher von Betrug aus und streichen sagenhafte Gewinne ein. Wie war es möglich, dass Politiker und Bundesfinanzaufsicht so lange Hinweise von Shortsellern und Journalisten ignorierten?

Begründung der Jury
Xenja Kupin und Michael Auer ist es gelungen, das komplexe Thema des Wirecard-Wirtschaftsskandals in einer für das Publikum begreiflichen Form zu strukturieren. Dies ist umso bemerkenswerter, weil die Dokumentation vollständig auf einen Off-Kommentar verzichtet. Die Montage zeichnet sich durch gut montierte Interviews aus, die aufeinander aufbauen und sich ergänzen. Gekonnt eingesetzte Grafiken und Archivmaterial sowie geschickt montierte Ortswechsel bieten Orientierung für den Zuschauer, dem durch den Schnitt die Möglichkeit eröffnet wird, emotional bei den Protagonisten zu sein, mit den Betroffenen zu leiden und die Dreistigkeit der Verantwortlichen zu erkennen. Zudem beweisen Xenja Kupin und Michael Auer ein genaues Gespür für Timing sowohl auf der Bild- als auch der Ton-Ebene und zeigen einen einfühlsamen Umgang mit Musikeinsätzen.

Infos zum Film
Buch & Regie: Arne Meyer-Fünffinger, Philipp Grüll, Josef Streule, Sabina Wolf
Kamera: Ralph Zipperlen, Stefanie Barnes, Matthieu Mazza
Produktion: Bayerischer Rundfunk
Redaktion: Astrid Freyeisen, Astrid Harms-Limmer, Verena Nierle, BR